Donnerstag, 2. August 2007

Groß ist die Nichtigkeit

und nur dürftig mein Lob

wie im einatmen - ausatmen
das staunen und schnauben,

und
wie das müssen dem dürfen voraus ist,

(etym.
müssen: das Zugeteilte besitzen
dürfen: dies am richtigen Platz (Bsp.Notdurft.-)

so ist ohne Bedarf an Nichtigkeit
kein Sein in dieser Welt

nicht nur darf Notwendigkeit,
auch Voraussetzung muß da sein

wer sie voraussetzt, lehnt sie nicht ab

geboren aus der Nichtigkeit
und bringt die Nichtigkeit mit sich , welch eine Zumutung!

der Zugang zu den Menschen muß gewährt sein
aus sich selbst

und wenn das Nichts gekleidet wird, was passte da schon?

Immerhin ist die Bequemlichkeit der Ablehnung eine liebere Gewohnheit als deren Umwälzung

und sowieso gewähren die zwei Atemzüge
immer zwei Möglichkeiten:
freud wie leid

(ich lass das mal so)

artemis-im-louvre


Friedrich Dürrenmatt


Wütend und naß

glitt ich aus dem Leib meiner Mutter

begriff nie wozu

und auf wessen Befehl

später blinzelte ich im Licht


und wurde mißtrauisch

so bin ich noch immer

genüge mir selber; die Welt

da draußen

ist ungewiß. Sie gehört mir nicht.

Ist eine unbegreifliche Gnade


oder auch

ein böser Fluch. Wer kann das

wissen


Auf alles gefaßt sein.

Darum sammle ich Weine

rauche ich die braunen getrockneten

Blätter


Vergänglichkeiten

nur das Nichtige hat

Bestand

Mittwoch, 25. Juli 2007

...

kuh-auf-dem-eis

die Unterwanderung des einen
die Überdeckung des anderen
der Gang löscht die Spur



ach du sch....
is ja gar nich wahr

Mittwoch, 18. Juli 2007

früher

august-macke-walterchens-spielsachen

Lauschen, Sehn
trümmergesang der Wehtracht
oder was Beinarbeit zu leisten hätte,
jetzt Herzblut im Knöchel.

So wie die Männer stehn in Hosen,
gebügelt ihre Freiheitsposen,
kommen Beingestade näher,
zeigen Schnittmusterbogen
ihrer Läufe Gangsalat.
Weiche Strümpfe
runde Beine
die von Frauen
Gang und gäbe -
Mittagsläuten,
Kreidezeit,
ein Viertelstündchen
nach dem Essen -
wär die Tafel
schwarz geblieben
hätte ich kein Sein hinieden

Samstag, 14. Juli 2007

Straßenbahn

keiner spricht -
Alltag zieht vorbei -
Andacht dick
getragen und immun
biegt die Raupe
in die Kurve
innen wabbeln Polsterjacken
Blusen wogen
Kinderwagen eckt,
leere Sitze kriegen neues Futter

Sonntag, 8. Juli 2007

Der Baum des Lebens

linde-bei-kriering

Zwei Läufer
vorwärts, seitwärts, step und drehn

mit jedem Schritt
kommt ein Satz heraus
am Vogelstimmenbaum,
blüht zuweilen,
fallen Früchte,
Ruhephase.

Wenn's nur um's Sammeln ginge,
käme die Doppelfreude nicht.

Freitag, 6. Juli 2007

und Baubo lacht dem Alternativen zu, der

auf dem Weg,
dem krummen,
reichbeladen
mit Zwicken und Dellen.

Halb im Dunkeln schon
Hephaistos Stille hallt,
das Ticket, seinen letzten Reißzahn
bietet dem Zerberos -

und ab geht's.

...

Die Last weicht der Bewältigung,
aber die Bedeutung der Last bleibt erhalten.

Donnerstag, 28. Juni 2007

Unstimmig
Einstimmig
Zweistimmig, viel mehr..
Er singt im Chor
wie schon sein Vater,
herrliche Bässe beide!
ein jeder Ton stimmt,
ein falsches Wort
muß in den richtigen Ton
wie Musik ohne Worte.
Wo Worte gesungen werden
ist die Stimme für den Ton verantwortlich.
Der Inhalt des Wortes wird gratis mitgeliefert.
Überunstimmigkeit
gibt es ja auch gar nicht,
dann, schludere
die Oberlippe
Unterlippe
übereinander,
beiß die Zähne aufeinander,
und nach dem Abendessen
fingerfertige Zitherklänge ♪
die Mutter sang nicht,
sie hatte das exakte Augenmaß;
und was sie sagte, stimmte.

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